Archiv für November 2010

So What?

Gebt es zu: Auch ihr habt mal wieder den No Music Day vergessen und Euch hemmungslos zutönen lassen. Dieser ist jedes Jahr am 21. November und von ex KLF-Mann Bill Drummond ausgerufen worden. Der meint es ernst – hat ja immerhin auch schon mal 1 Millionen Pfund Tantiemen einfach so verbrannt.

Aber jetzt haben wir ja wieder ein Jahr Zeit für Getöse und können davon vielleicht 10 Stunden abzwacken, um einem toten DJ zuzuhören. Joe Strummer hat seine Sendung London Calling als kostenlosen Podcast einstellen lassen – mit Weisung von oben: Reinhören. Herr Renner steht aber mehr auf zu bezahlende Musik und macht einen Vorschlag für eine Flatrate. Dabei ist freiwilliges Bezahlen doch schon eine uralte Idee, was die Beatles, bzw. ihre Nachlassverwalter, natürlich nicht stört. Und dass die sozialen Online-Medien zu derem Erfolg nicht beigetragen haben, wissen wir nun auch.

Die Toten reden und manche Lebende würden besser schweigen. Wie zum Beispiel Frau Schröder. Um sich die Auswirkungen ihrer Schlampendebatte anzuschauen, musste man nur mal die entsprechenden Leserbriefe bei www.derwesten.de lesen, die dort vor ein paar Tagen zu diesem Artikel noch zu lesen waren und jetzt gelöscht sind. Da tobte der (noch) kleine Bruder des Konservatismus – der Mob. Der braune natürlich.

Weitere gute Nachrichten: Jim Morrison sollen seine Sünden vergeben werden und die aktuelle Ausgabe des deutschen Rollstein hat ausnahmsweise nicht ihn oder einen anderen alten Helden auf dem Cover, sondern – ja genau – deren Sünden.

Meanwhile in Dortmund: Das Musiktheater meldet 300.000 Miese und wird jetzt ganz sicher privatisiert. Allerdings soll die AWO schon abgelehnt haben, weil der Altersdurchschnitt der Operngänger zu hoch sei. Ob das in der Nähe gelegene Bierhaus Stade interessiert ist? Man weiß es nicht. Auch dass der Parkplatz vor dem „FZW“ umbenannt wird, ist eine Ente. Die entsprechende Meldung bezog sich auf eine Verwaltungsleistung der Stadt Bochum. Schade eigentlich …

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1989

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So What?

Stefan Laurin hat bei den Ruhrbaronen einen schönen Artikel zur sogenannten Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet veröffentlicht. Wobei man sicher vorsichtig sein muss: nicht alles was sich da als „kreativ“ verkauft, ist es auch. Im Zweifel dann doch eher „Wirtschaft“. Und damit sind wir wieder bei Herrn Gorny. Der sichert sich seinen Claim im U, hockt für die CDU in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft und für die SPD in deren Medienkommission. Und manchmal unterstützt er auch alternative Initiativen. So flexibel ist die Kreativwirtschaft eben. Und immer auf der Jagd nach dem jugendlichen Filesharer. Aber die Jugend – die hat doch eh keine Chance mehr.

Ganz im Gegenteil zur Jugendministerin. Die kümmert sich schon mal um Freunde auf der rechten Seite, die sie schon verstehen werden, wenn auch – wie Herr Münch aus Dortmund – der deutschen Sprache nicht immer so ganz mächtig.

Andere Lichtgestalten der Leitkultur, wie unser allseits beliebter Gutti werden für Dinge gefeiert, für die andere in den Arsch getreten wurden, wie carta.de ganz richtig zeigt. Was aber wiederum nicht heißt, dass irgendein Tritt in den Arsch dieser Damen und Herren ein unberechtigter wäre und sein Ziel verfehlen sollte.

Damit wären wir beim Thema und meanwhile in Dortmund: Der Ratsbeschluss über die FZW-Verramschung ist jetzt gefasst. Die freien Mitarbeiter des Hauses hatten sich zwar (reichlich spät aber immerhin) mit einem offenen Brief an den zuständigen Dezernenten gewandt, hat aber nichts genützt. Die SPD bleibt sich im Brechen von Wahlversprechen treu. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Für heute.

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So What?

Plötzlich eine kleine Internet-Sendestation sein zu können und nicht nur, wie am Fernseher laut/leise und hell/dunkel einstellen zu können und sich berieseln zu lassen, macht schon ziemlich Spaß, ist aber auch viel Arbeit“ sagt Peter Glaser Recht hat der Mann. Und vor 20 Jahren, am 13. 11. 1990, ging die erste Webseite der Welt online. So sah sie aus. Die Links funktionieren noch.

„Stille“ scheint ja echt hitverdächtig zu werden. Nachdem, wie berichtet, eine britische Initiative versucht, 4’33 von John Cage zum Weihnachts-Smash-Hit zu machen, wird jetzt auch der Remembrance Day mit einer Single voller Stille begangen. Wünsche für Deutschland: Eine Bundestagssitzung ohne Ton, danach eine Karnevalssitzung und als Steigerung einen Abend auf RTL2 ohne Ton und ohne Bild. (Eine Bildzeitung mit weißen Seiten wäre natürlich auch nicht schlecht.)

Zurück in der Wirklichkeit gibt es auch Schönes zu vermelden: De:Bug erinnert an die großartigen Flying Lizards, was auch mal Zeit wurde, SELLABAND sammelt Geld, um neue Bands zu finanzieren, Radiohead beweisen, dass man auch mit Menschenfreundlichkeit Geld machen kann und die GEMA holt sich selbiges endlich mal bei den richtigen.

Leider geht währenddessen auch das Kartoffel-Mobbing weiter. (Und sagen sie nicht: „Mir egal, ich ess nur Pommes“.) Auch Schlampen scheinen nicht mehr schick zu sein. Stattdessen lieben wir Gutti trotz öden Twitter-Nörglern und Kollege Obama gibt zu, dass er selber nie getwittert hat – trotz 5,869,617 Followers. (Sind natürlich jetzt schon mehr.)

Meanwhile in Dortmund rangelt sich das Kapital weiter um das FZW – aber das hatten wir ja schon und in einem Artikel auf www.derwesten.de findet sich als letzter Satz einer, der alle Grauslichkeiten, die schon über das FZW berichtet wurden, übersteigt. Comedy ist ja nun wirklich der Tod jeder Popkultur & und verhält sich zu dieser, wie der Klassenkasper zu den coolen Mädchen in der letzten Reihe. Na, dann …

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tracks of art

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So What?

Der kategorische Imperativ der Casting-Gesellschaft lautet in jedem Fall: Liefere eine Show!“ sagt auf carta der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Machen wir doch glatt.

Warum die Presse immer noch auf der eher unkonventionellen Fortbildungspraxis der Jungen Union herumhackt, wissen wir aber nicht. Wichtig ist doch, dass sie damit Erfolg hat und tolle, junge Politiker/-innen nach vorne bringt. Ob zur Ausbildung künftig verstärkt auch tänzerische Elemente gehören werden, ist noch nicht ganz klar. Und wie tanzt man eigentlich Bunga-Bunga?

Währenddessen stell Sony die Produktion des Walkman ein, findet man auf www.motor.de die Spex nicht mehr so richtig alright und stellt ein Gericht fest, dass getauschte Songs doch nicht ganz so wertvoll sind, wie die Musikindustrie es immer angenommen hatte. Das Label City Slang wird 20 und schenkt uns einen Sampler. Außerdem hat jetzt fast jeder Lebende seinen Facebook-Account. Deshalb kümmert sich Fakten-Markwort dann mal um die Toten.

Noch lange nicht tot ist Neil Young und tritt sogar mit den alten Buffalo Springfield noch mal auf. Auch nicht tot, die großartigen Feelies, die sogar ein neues Album ankündigen.

Meanwhile in Dortmund meldet der WDR, dass sich bei der Übernahme des FZW Kapital und Verwaltung doch irgendwie noch nicht so ganz einig sind. Aber die Meldung hat ja den Neuigkeitswert eines Staus auf der A40.

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