Nach den Wirren um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Insidern eher als #JMStV bekannt, bahnt sich nun eine sensationelle Lösung an: Das Internet zieht um, und zwar in ein Ladenlokal an der Hohen Straße in Dortmund. Das Geschäft, bis vor kurzem noch eine Videothek mit angeschlossenem Katzenfutter- und Hundekuchenverkauf, ist nach den Worten des rheinland-pfälzischen Staatssekretärs Martin Stadelmaier „eine Superlösung“. Die Kundschaft sei an Ladenöffnungszeiten, Zutrittsverbote für Jugendliche und die Kennzeichnungen zu den Altersfreigaben auf allen Produkten gewöhnt.

Was bei Politikern fast aller Parteien – insbesondere den NRW-Grünen – zu euphorischen Reaktionen geführt hat, wird bei einigen Netzaktivisten auch kritisch gesehen. So fragt Google-CEO Eric E. Schmidt: „Wird es auch genug traffic geben?“ Da kann ihn Dortmunds OB Sierau beruhigen: „Die Hohe Straße führt zum Signal-Iduna-Park.“ Andere Seitenbetreiber wollen überhaupt nicht mitmachen und stellen ihre Seiten ein. Einer geht sogar bis zum Letzten und will in Zukunft nicht mehr wählen gehen. Besonnenere wiederum wiegeln ab und meinen, man müsse erst mal schauen.

Fraglich ist noch, ob das Internet künftig nach dem Modell der Familienvideothek („für alle“) oder der Erwachsenenvideothek („nur für Pappi“) geführt werden soll. Ein Seitenbetreiber ließ aber bereits hinter vorgehaltener Hand wissen: „ Was soll ich mit den scheiß Jugendlichen? Die verstehen doch eh nichts und wollen nur alles umsonst.“