Archiv für Februar 2011

So What?

Da haben sich endlich ein paar 68er Spontiwerte in die bürgerliche Mitte geschlichen – so von „aussteigen und sich selbst verwirklichen“ (Koch), „kein Bock, erstmal chillen“ (Köhler, von Boist), oder „unter den Talaren – der Muff von 1.000 Jahren“) (v. Guttenberg) –, da kommen die Miesepeter von SPD und Linkspresse und machen das auch wieder madig. Da loben wir doch die Bildzeitung für ihren uneigennützigen Einsatz für Baron und Militär, auch wenn andere Helden sich lieber mit ihr (und ihrer Werbeagentur) anlegen.

Im Reich der Popmusik ist auch nicht alles super. So hängt die größte Schlagzeugerin aller Zeiten auf Teepartys ab, den Preis für das neue Radiohead Album dürfen wir nicht selbst bestimmen und dieser All-Time-Smash-Hit ist nicht dabei, wenn man sich in 46.03 Minuten alle No. 1 Hits von 1956 bis 1992 anhört.

Ein wenig besser schaut es in der Welt des Films aus. Es sollen nämlich neue Dallas Folgen auf uns zukommen, auch wenn die ZEIT sich Sorgen um die Ölvorräte der Ewings macht. Jemand, der zwar noch viel Öl aber nicht mehr viel Zeit hat, soll jetzt auch ein filmisches Denkmal gesetzt bekommen. Hauptrolle Helge Schneider.

Zu loben wäre heute mal die Kulturindustrie. Versorgt sie uns doch endlich mit dem lang erwarteten Theodor W. Adorno Fanschal. Und einen Hinweis, wie der Baron seine Popularität noch besser vermarkten könnte, gibt sie uns auch.

Meanwhile in Dortmund – nothing. (Bullshit-Index: 0.05)

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1991

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So What?

So, nun ist aber gut jetzt. Während der Baron uns am Hindukusch den Rücken frei hält, stößt ihm eine wild gewordene Meute aus Journalisten, Juristen, Internetvollschreibern und frustrierten SPD-Anhängern den Dolch in den selben. Und alles nur, weil er die Kompetenzen zeigt, die man in Politik und Außenhandel halt so braucht. Dabei sind jetzt immerhin zwei juristische Texte (Text A, Text B) aufgetaucht, von denen er mit ziemlicher Sicherheit nicht abgepinnt haben soll. Und dass die für ihre technische Erfindungsgabe bekannte Gattin dem jungen Familienvater mit einem Tool aus ihrer Trickkiste unterstützt hat, kann doch wohl auch nicht der Grund der Häme sein.

Einen kleinen Seitenhieb kann sich auch der ansonsten eher faire Herr Küppersbusch nicht verkneifen, wenn er schreibt: Der europäische Weg zu Aufklärung und schließlich demokratischen Staatsformen wird gern als langer Fluss aus der Quelle der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg (den guten, mit einem t) betrachtet. Vielleicht einfach mal Schnauze halten und zugucken, wie so was heute geht“.

Dabei weist sein Text auf viel größere Probleme hin, die noch auf uns zukommen werden. Spätestens im Mai wird man nämlich Deutschland in einem Atemzug mit Jordanien und Ägypten nennen und wie die Ägypter, werden wir dann das Militär und dessen Chef noch brauchen. Wenn dann nämlich die demokratisch gewählte Frau Lena nicht die erhoffte internationale Anerkennung erfährt, wird der Mob, der immer am Brandenburger Tor rumlungert, um alles zu feiern, was irgendwie deutsch ist, zur Tat schreiten. Nachdem er zuerst das Tor besetzt, um zu merken, dass da keiner wohnt, dann das Berliner Schloß (um auch hier entweder zu spät oder zu früh zu kommen), wird er sich dem Kanzleramt zuwenden. Hier hat dann der schon jetzt eingeschleuste Onkel Nikolaus die Kanzlerin bereits im Schwitzkasten und Frau Lena putscht sich ins Amt. Später wird sie dann Königin und Ralph Raab Kaiser aller Deutschen. Ob der deutsche Adel uns da wieder raus haut ist fraglich, zumal das schon mal nicht geklappt hat.

Und ob da der meanwhile in Dortmunder beschrittene Weg der richtige ist? Popstars einfach festzunehmen, bevor sie größeren Schaden anrichten, ist doch auch nicht die Lösung.

Jetzt noch schnell den Text durch den BlaBlaMeter jagen… Der zeigt nur einen Bullshit-Index von 0.06 – da sind wir doch zufrieden für heute.

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So What?

„Wie viel Bullshit steckt in Ihrem Text?“ fragt Ilse Burisch und liefert Dir mit ihrem BlaBlaMeter eine direkte Antwort. Sofort einmal ausprobieren, bevor das Tool von der Politik entdeckt und umgehend zur Explosion gebracht wird.

Unser aller Gutti hat natürlich so etwas nicht nötig und vor allem keine Zeit. Während die Kommunisten vom Neuen Deutschland noch überlegen, ob es noch zeitgemäß ist, die deutsche Seefahrerelite auf einem nach Johann Wilhelm Kinau („Seefahrt in Not“) benannten Schiff zu drillen, ist er schon weitergeeilt und geht seinem Hauptberuf als Außenhandelsreisender der Rüstungsindustrie nach. Nicht wahr ist allerdings, dass Herr Mubarak das Asyl in Deutschland verschmäht, weil unser geschätzter Außenminister seinem weisen Freund beim letzten Besuch die Gesamtedition der Schwarzwaldklinik auf DVD mitgebracht hatte.

Und wo wir gerade bei Gerüchten sind. Unwahr ist auch, das Jack White seine Partnerin Meg verlassen hat um mit Christina Aguilera eine Band namens Stars’n’Stripes zu gründen. Wahrscheinlicher ist, dass Christina nun zusammen mit Sarah Connor als Duo mit Namen „The National Anthems“ auftreten wird. Unsere geliebte Lena muss da nicht mitmachen. Sie hat soviel Kohle, dass sie in der Printausgabe der Dortmunder Rundschau schon auf der Wirtschaftsseite gewürdigt wird. Richtig so.

Währenddessen beansprucht der mindestens genauso reiche Großmarktschreihals und Sichselbstlustigfinder Mario Barth Eigentumsrechte an geklauten Sprüchen und merkt nicht einmal, dass sich doch etwas auf Ujfalusi reimt.

Im Ruhrgebiet trägt das Establishment nach der doch so erfolgreichem „Ruhr 2010“ die Ruhrstadt schon vor ihrer Geburt zu Grabe und meanwhile in Dortmund schließen die Autonomen ein Aktionsbündnis mit Kristina Schröder. Mit aller Kraft wollen sie ihr helfen, den Nachweis zu erbringen, dass Nazis und linke Autonome doch eigentlich das Gleiche sind. Weiter so, Kameraden, mit Nazimethoden gegen alles was keinen schwarzen Stern trägt und der (heimliche) Beifall von höchster Stelle kann Euch sicher sein – hat immerhin auch bei der R.A.F. schon funktioniert. Wenn ihr das dann doch alles irgendwie nicht so wollt, dann bitte einen Kurs „Nachdenken for Beginners“ belegen.

Die echten Nazis von der NPD wurden jetzt auch Opfer eines Flötenbläsers (nennt man das so in diesen Kreisen?). Ist natürlich nichts Neues bei raus gekommen, bringt eine kriminelle Vereinigung dem Verbot aber vielleicht ein kleines Stückchen näher.

So, jetzt noch schnell diesen Text in den BlaBlaMeter eingeben. Das Ergebnis lautet: Ihr Text: 2513 Zeichen, 361 Wörter, Bullshit Index : 0.26, Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau. Geht doch!

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Teil der Wahrheit.02

„Und auf sonderbare Weise begann die Musik,  sich selbst zu konservieren, und trotz des hektischen Online-Betriebes feierte sie nur noch ekstatisch die Vorstellung von Ekstase und Feiern und wurde zu einer konservativen Kraft. (…)

Die nächste Bewegung, die unsere Realität auf Rock’n’Roll-ähnliche Weise verwandeln wird, könnte eine völlig andere Gestalt haben. Sie wird vielleicht nicht einmal etwas mit Musik zu tun haben.

Paul Morley, Rolling Stone 02/2011, S. 44

tracks of art

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Teil der Wahrheit.01

„Dümmeres Wirtschaften als das kapitalistische gibt es nicht. Es ist ein Kampf jeder gegen jeden. Das Kapital erklärt der Arbeit den Krieg, die Löhne sinken, die Profite steigen und am Ende weiß man nicht, wohin mit den Erträgen, verjuxt sie und rettet sich in die Krise. Diese Wirtschaft kennt nur ein Prinzip, die Konkurrenz und ein Ziel, den Profit – ein sinnloser Kreislauf.“

aus Michael Scharang: Das rasante Tempo des langsamen Niedergangs, konkret 2/2011, S. 14

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