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So What?

Plötzlich eine kleine Internet-Sendestation sein zu können und nicht nur, wie am Fernseher laut/leise und hell/dunkel einstellen zu können und sich berieseln zu lassen, macht schon ziemlich Spaß, ist aber auch viel Arbeit“ sagt Peter Glaser Recht hat der Mann. Und vor 20 Jahren, am 13. 11. 1990, ging die erste Webseite der Welt online. So sah sie aus. Die Links funktionieren noch.

„Stille“ scheint ja echt hitverdächtig zu werden. Nachdem, wie berichtet, eine britische Initiative versucht, 4’33 von John Cage zum Weihnachts-Smash-Hit zu machen, wird jetzt auch der Remembrance Day mit einer Single voller Stille begangen. Wünsche für Deutschland: Eine Bundestagssitzung ohne Ton, danach eine Karnevalssitzung und als Steigerung einen Abend auf RTL2 ohne Ton und ohne Bild. (Eine Bildzeitung mit weißen Seiten wäre natürlich auch nicht schlecht.)

Zurück in der Wirklichkeit gibt es auch Schönes zu vermelden: De:Bug erinnert an die großartigen Flying Lizards, was auch mal Zeit wurde, SELLABAND sammelt Geld, um neue Bands zu finanzieren, Radiohead beweisen, dass man auch mit Menschenfreundlichkeit Geld machen kann und die GEMA holt sich selbiges endlich mal bei den richtigen.

Leider geht währenddessen auch das Kartoffel-Mobbing weiter. (Und sagen sie nicht: „Mir egal, ich ess nur Pommes“.) Auch Schlampen scheinen nicht mehr schick zu sein. Stattdessen lieben wir Gutti trotz öden Twitter-Nörglern und Kollege Obama gibt zu, dass er selber nie getwittert hat – trotz 5,869,617 Followers. (Sind natürlich jetzt schon mehr.)

Meanwhile in Dortmund rangelt sich das Kapital weiter um das FZW – aber das hatten wir ja schon und in einem Artikel auf www.derwesten.de findet sich als letzter Satz einer, der alle Grauslichkeiten, die schon über das FZW berichtet wurden, übersteigt. Comedy ist ja nun wirklich der Tod jeder Popkultur & und verhält sich zu dieser, wie der Klassenkasper zu den coolen Mädchen in der letzten Reihe. Na, dann …

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So What?

Während die Gattin des Franken Obama ihre Jagd nach dem Bösen fortsetzt, flieht die gute alte Popmusik dahin, wo die fabelhafte Guttenberg nun wirklich nichts Gutes vermutet. Da es beim Fernsehen ja schon lange um die Auffüllung der Werbepausen mit möglichst zu den Werbebotschaften passendem aber ansonsten langweiligen „content“ geht, ist es wohl das Beste was die Popmusik machen kann. Herr Gutti wird währenddessen von Stern, Spiegel und anderen bunten Illustrierten ins Kanzleramt geschrieben und irgendwer hat tatsächlich der Gattin Buch gelesen.

Zurück zur Popmusik, geriatrische Abteilung: Da nenne sich alte Herren „Kurzschwanz“ oder sehen sich (wohl immer noch unter Einfluss einer Flasche Doppelkorn) als kleiner Bruder von Hermann Hesse. Wenn auch ein Ableben der gut konservierten & glücklichen älteren Herren nicht so schnell zu erwarten ist, eine Möglichkeit der posthumen Vermarktung gibt es schon (ab November auch in Deinem Internet). Einer weiteren Guten, die einfach so geht, wird dieses zum Glück erspart bleiben, trotz Schwiegervater.

Die älteren Herren Young & Dylan melden sich mit Veröffentlichungen zurück. Der erstere quält die Gitarren, dass es eine Freunde ist und der letztere quält uns in diesem Jahr wenigstes nicht mit grässlichen Weihnachtsliedern, sondern legt uralte Demotapes neu auf.

Ein wirklich schönes Weihnachtslied ist doch nur dieses. Der Initiative, die es in die Charts puschen will, kann man sich nur anschließen. Ein Traum: Vom 24. bis zum 26. Dezember auf Do 91.2, Eins Live und WDR 4 nur dieses Stück, in Dauerrotation.

Außerdem: Max Dax verlässt die Spex, das cbgbs steht zum Verkauf, der Grubenmann macht schmierige PR und Nordkorea hat seine erste Webseite. Informationsgehalt noch eher mager und viele links enden im Nichts, aber aller Anfang ist schwer.

Meanwhile in Dortmund: Auch nichts.

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