Artikel getaggt mit Erwachsenenpop

Teil der Wahrheit 0.9

„Für mich verschwand Pop als Gegenkultur in dem Moment, als die Feuerzeuge auf den Konzerten auftauchten. Mit erhobenen Händen huldigen die Fans ihrem jeweiligen Messias. Vor allem ist das aber eine große Selbstfeier. Dabei geht es nicht mehr um irgendeinen Gegenentwurf, sondern nur noch die Übereinstimmung mit dem, was die Konsumenten für ihre Abweichung halten. Die Feuerzeuge als gemeinschaftsstiftendes Utensil haben vielleicht sogar die Facebook-Kultur vorweggenommen“.

Interview Klaus Theweleit: „Wenn es zwitschert, freue ich mich“, Tagesspiegel

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Rock in Rente

Am 12. Oktober findet sich Nirvanas Nevermind (20) auf Platz 13 der aktuellen Billboard-Charts, allerdings einen Platz hinter Pink Floyds Dark Side Of The Moon (38). Das sagt eigentlich schon genug zur Popmusik heute, wäre da nicht noch Adam Green (30), der da twittertI’m so fuckin hungry and fat“ sowie die Popstars, die es nicht geschafft haben, ihren Ruhm mit 27 durch Abgang für immer zu konservieren, und dazu jetzt auch noch Interviews geben müssen. Sly Stone (68), nicht ganz so angepasst wie die meisten seiner Zunft, darf wohl in dieser Liga nicht mehr mitspielen.

Noch kein Fett angesetzt hat allerdings auch Billy Bragg (54). Allerdings fragt man sich bei der Gelegenheit, wo denn eigentlich die anderen tollen (New Yorker) Bands sind, die die Occupy Wall Street Bewegung unterstützen … Eigentlich ein Fall für MC5, aber Fred „Sonic“ Smith und Rob Tyner sind ja nicht mehr unter uns. Und Wayne Kramer ist auch schon 63.

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So What?

Der Herbst rückt an, aber nicht alles wird schlecht. So hat Gutti, unser liebster herausragender Staatsmann einen neuen Job und die Mekons eine neue Platte auf dem Markt. “The Mekons have been rocking since before you were born and will be rocking long after they bury youtwittert Chuck Prophet über sie, womit er ohne Zweifel Recht hat. Auf Tour gehen sie auch – aber natürlich ohne Stopp in Dortmund. Womit wir beim sogenannten „FZW“ wären. Auch wenn dort mittlerweile so ziemlich jede Zielgruppe mit einer Party bedacht wird, gibt es immer noch junge Dortmunder, die von dieser Jugendkulturarbeit nicht erreicht werden. Derart gute Partyideen werden von den Dortmunder Linken schnell aufgegriffen. Weiter so!

Währenddessen sichert sich die Musikindustrie weiter ihre Pfründe, kämpft Billy Bragg gegen das Böse und entdeckt der SPIEGEL die Vollbartbands (blöde Bezeichnung, aber nur halb so blöd wie „Indie“ oder „Weltmusik“). Aber dass Pop keine Jugendkultur ist, im Grunde nie war und immer schon einen Bart hatte, konnte man dort auch schon früher nachlesen. Passend dazu kündigt Onkel Neil seine Autobiografie an und Teen Spirit riecht jetzt auch schon seit 20 Jahren komisch. Und in der letzten Spex ist eh alles Retro. Dass man auch über andere Luftnummern schöne elaborierte Texte schreiben kann, zeigt uns dann der Freitag. Alles irgendwie traurig – Herbst eben – aber vielleicht liegt die Zukunft ja hier

Was ein anderer Chuck Prophet-Tweet mit all dem zu tun hat ist schwer zu sagen: „Did you know the day before Gram Parsons died he was minature golfing with Jonathan Richman?

Bullshit-Index: 0.06, Ihr Text zeigt keine oder nur sehr geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.

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So What?

Schon toll, wie sich Frau Merkel und Jido Fister Filly um unseren Wohlstand kümmern. Als emsige Handlungsreisende sorgen sie hier für sichere Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie (in der wir doch alle irgendwie tätig sind) und gleichzeitig dafür, dass die bereisten Regime auch genug Waffen haben, um ihre Leute in Schach zu halten (oder gleich umzubringen). Dieses bringt dann wiederum mit sich, dass die nicht zu uns kommen, um uns die Öko-Wurst von der Stulle zu putzen. Danke, nochmals, danke.

Die Partei unserer großen Frau Angela weiß jetzt endlich auch, wie man neue Mitglieder gewinnt und wird direkt von Interessenten überrannt. Aber aufpassen, dass andere Parteien das nicht kopieren. Einer, der der nun wirklich alles kopiert, ist ja der Asiat. Dass er manchmal sogar das Original toppt, zeigt uns dieses Filmchen.

Womit wir in der Welt des Erwachsenenpop wären. Auch diese geht durch schwere Wetter. Nein, Mick Jagger hat die Stones nicht verlassen, auch wenn er mit Joss Stone, Damian Marley, Dave Steward und A.R. Rahman eine Zweitband namens Superheavy gegründet hat. Es ist viel schlimmer: Aki Schmidt verlässt Casino Express. Dies zumindest wollen die unentwegten Investigativreporter der Ruhrnachrichten herausgefunden haben (und ist mittlerweile vom Meister bestätigt worden).

Meanwhile in Dortmund sucht ihr Kollege Kai Uwe Brinkmann in den Betonschluchten kapitalistischer Abzocke nach Musik und findet die Sonics, The Smiths, Joy Division und PIL. Bewunderungswürdiger Einsatz. Apropos Musikevents: Hat Dein Schatz Dir etwa im letzten Jahr erzählt, mal eben zum Glastonbury-Festival fahren zu wollen (obwohl es doch gar keine Karten gibt)? Dann schau mal hier nach, ob er wirklich da war (und wenn, wen er/sie da im Arm hat).

Ob die SPIEGEL-Titelbilder weniger reißerisch sind als die der Weekly World News, wäre zu fragen. Eingestellt wird das Blatt der deutschen Intelligenz aber erst mal nicht. Trotz (oder wegen) der ständigen Hitlerei. Nachdem dieser ja nun wohl doch tot ist, stellt seine Geburtsstadt Braunau ganz fix einen Dringlichkeitsantrag auf Aberkennung seiner Ehrenbürgerschaft. Scheint plötzlich nicht mehr in zu sein, der Mann, zumindest bei den Ösis.

Welchen Neuigkeitswert die Meldung hat, ein Nudelsieb sei jetzt als religiöse Kopfbedeckung zugelassen, ist nicht so ganz nachzuvollziehen (auch nicht, warum sie dann wieder zurückgezogen wurde). War das nicht schon immer so?

BlaBlaMeter: Bullshit-Index: 0.16 (Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.)

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