Artikel getaggt mit FZW

Boxbude

Auch füher schon wurde echter Kampfsport im FZW groß geschrieben!

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tracks of art

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So What?

Der Kapitalismus braucht dort, wo er sich Demokratie nennt, neben dem üblichen Personal einen Grüßonkel, der den Leuten den Eindruck vermittelt, dass nicht alle schlecht sind, da oben. Egal, ob er nun singt, wandert, rumsalbadert, ruckt oder evangelisch ist, es muss eine Person sein, von der die Leute glauben, dass er „denen da oben“ auch mal ein halblautes „Stopp“ zuruft, wenn sie aus ihrer Rolle „demokratisch gewählte Volksvertreter“ fallen. Darüber, dass man jetzt einen auf diese Position gehievt hat, der die Regieanweisungen schon mal vergisst und sich selbst nicht ans Drehbuch hält, hat man sich bestimmt schon geärgert. Da hätte der Herr Gauck schon besser in die Reihe seiner Vorgänger gepasst. Wobei die Leute ja den Herrn Wulff gar nicht so schlecht finden. Zumindest passt seine Giergetriebenheit zu ihnen und dem Staat, den sie sich gewählt haben.

Ob dieser Herr uns zum Hochfest des Kapitalismus noch seine Wünsche aussprechen darf, wissen wir nicht. Was sich die geliebte Musikindustrie wünscht, wissen wir allerdings schon. Wobei natürlich zu sagen ist, dass von dieser, trotz innovativster Forschung, immer weniger übrig bleibt. Von Karl Marx vorausgesagt und von den Sex Pistols mit Flüchen beladen, zerlegt sie sich selbst. Tschüss EMI. Oder doch schade? Über wen sollen wir uns denn später mal so erregen, wie Bernd Graff in der Süddeutschen über „Gottes Ermächtigung fürs Musik Ausschalten?“ und sich dann noch Onkel Lou als Komplizen ins Boot holen.

Dann wäre da noch der Herr Gutti, von dem wir auch viel zu lange nichts gehört hatten. Ob er im Zuge seiner Resozialisierung die Teilnahme am Dschungelcamp plant, wissen wir auch nicht genau. Auf Nachfolgeaufträge, wie Kollege Langhans, scheint er jedenfalls nicht angewiesen zu sein.

Meanwhile in Dortmund sind alle Probleme gelöst: Der Rauchentwicklung bei Popkonzerten im „FZW“ rückt man, wie es sich gehört mit der Feuerwehr zu Leibe (was nebenbei gesagt jedes Jahr den Etat eines kleinen Clubs für ein ganz vernünftiges Jahresprogramm verschluckt), Kunst wird weggeschrubbt, im Zoo dürfen jetzt nur noch Tiere nackt sein und der Versuch, dem Weihnachtsmarkt etwas Religiöses zurückzugeben, ist auch erfolgreich abgewehrt.

Erfolgreicher ist man nur noch in der anderen Ruhrgebietsmetropole Duisburg. Hier gelang es erstmals einen lokalen Spitzenpolitiker auf der weltweiten Liste der größten Antisemiten zu platzieren. Allerdings nur auf Platz 9. Da arbeiten wir dran.

Die gute alte Popmusik wird mal wieder totgesagt. Macht aber nichts, solange sich auch die Politik noch als Spielfeld für aktive, gut informierte oder zumindest unterschriftbereite Popkräfte anbietet. Dass Musik an sich auch irgendwie politisch wirken kann, bringt uns gerade die sächsische Justiz mal wieder ins Gedächtnis. Und diese Herren, dass sie laut ist.

Bullshit-Index: 0.21, Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau.

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Okkupier the Thier

Am Kapitalismus zu partizipieren heißt konsumieren, zu neudeutsch „Shopping“. Diese Form der Teilhabe mag ehrlicher sein, als beispielsweise Wahlen, aber sie erzeugt auch dieses flaue Gefühl, welches entsteht, wenn das Must-Have aus dem In-Shop schon auf dem Nachhauseweg in der Einkaufstüte zum von Kinderhänden zusammengeflickten Fetzen wird, welches es eigentlich auch ist. Das flaue Gefühl, dann doch irgendwie verarscht zu werden und letztlich nur denen zu dienen, die uns das Geld für die Fetzen und dem Fetzenhersteller das Kapital für die Fetzenherstellung und den Vertrieb leihen, bringt jetzt einige Leute dazu, über eben diese Fetzen einen warmen Pullover zu ziehen und sich vor Banken zu legen, um mit Zelten und improvisierten Schlafgelegenheiten ein Stück Favela in die kapitalbetriebenen Herzen der Metropolen zu tragen.

In Dortmund wollte man soweit nicht gehen. Am 15. Oktober zog stattdessen ein kleiner Zug vom Bahnhof (hier startet jede deutsche Revolution, auch wenn es Bahnsteigkarten längst nicht mehr gibt), dem Verkehrsfluss folgend, über den Wall zu Dortmunds langweiligsten und unfreundlichsten öffentlichen Raum, dem Friedensplatz. Eine Mini-Loveparade mit einem Wagen – aber so hatte das in Berlin ja auch mal angefangen. Wogegen natürlich erst mal nichts zu sagen ist, wenn es denn Spaß gemacht hat. Sanft anfragen könnte man aber, welchen Fortschritt dieser Dance For Demokratie dem internationalen Aufstand gegen die Banken und den Kapitalismus gebracht haben könnte.

Rückblende 1970: Jerry Rubin erinnert sich in seinem Klassiker Do It! Scenarios für die Revolution an eine lustige Aktion:

„Als wir auf der Galerie erscheinen, kommt das Börsengeschäft zum totalen Stillstand. Tausende von Maklern hören auf Monopoly zu spielen und applaudieren uns. Was für ein phantastischer Anblick für sie – langhaarige Hippies starren auf sie herab. Wir werfen Dollarnoten über die Brüstung, Bargeld rieselt vom Himmel. Wie wilde Tiere stürzen sich die Börsenmakler auf die Scheine. „Da habt ihr was ihr wollt! Echtes, lebendiges Geld! Echte Dollarnoten! In Biafra verhungern Menschen!“ rufen wir. Wir bringen ein bisschen Wirklichkeit in ihr Phantasieleben.“ (dsch. Ausgabe, Trikont 1977, S.117)

Dies würde allerdings hier & heute nicht mehr funktionieren: Wir haben gar nicht genug Dollarnoten, um einen Börsianer zum Bücken zu bringen.

Zurück nach Dortmund. Da gibt es seit ein paar Wochen die Thier-Galerie, ein riesiges umbautes Areal in der Innenstadt, in dem 160 kleinere und mittlere Beutelschneider versuchen an unser Geld zu kommen, während sie selbst an einen größeren Beutelschneider abdrücken müssen – so wie der Kapitalismus halt funktioniert. Die Fläche wurde früher vom produzierenden Kapital (Brauerei) genutzt, dann in einer Zwischennutzung von der sogenannten Kreativwirtschaft (Discos, Kneipen etc.) und jetzt eben vom Handel treibenden Kapital. (Der „Kreativwirtschaft“ wurde im Gegenzug ein anderes Stück ehemals öffentlichen Raums – das FZW – überlassen.)

Würde – nur mal angenommen – nun auch dieser Tempel bürgerlicher Teilhabe Ziel der antikapitalistischen Attacken der 99 Prozent, dann hätte es sich wohl schnell ausgetanzt. Jede Aktion würde sofort von privater und staatlicher Gewalt gestoppt, wenn die Aktivisten nicht zuvor schon Prügel von dem Teil der 99 Prozent bezogen hätten, der weit hergereist ist, um sein Geld für Fetzen loszuwerden.

Thomas Meinecke zitiert in seinem schönen neuen Roman Lookalikes Pierre Bourdieu:

„Zum Undenkbaren einer Epoche gehört nämlich alles, was mangels ethischer oder politischer Disposition, es zu berücksichtigen oder einzubeziehen, nicht gedacht werden kann, aber auch alles, was man mangels geeigneter Denkwerkzeuge wie Problemstellungen, Begriffe, Methoden, Verfahren nicht denken kann“.

Auch wenn uns klar ist, dass die MS Kapitalismus in absehbarer Zeit auf Grund laufen wird, – solange die Kabinen geheizt sind, das Captain’s Dinner gut bestückt und die Shops voll Fetzen, ist undenkbar, dass jemand den Kapitänen das Steuer aus der Hand reißen wird. Auch die nicht, die freiwillig oder unfreiwillig auf dem Deck schlafen.

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So What?

Der Herbst rückt an, aber nicht alles wird schlecht. So hat Gutti, unser liebster herausragender Staatsmann einen neuen Job und die Mekons eine neue Platte auf dem Markt. “The Mekons have been rocking since before you were born and will be rocking long after they bury youtwittert Chuck Prophet über sie, womit er ohne Zweifel Recht hat. Auf Tour gehen sie auch – aber natürlich ohne Stopp in Dortmund. Womit wir beim sogenannten „FZW“ wären. Auch wenn dort mittlerweile so ziemlich jede Zielgruppe mit einer Party bedacht wird, gibt es immer noch junge Dortmunder, die von dieser Jugendkulturarbeit nicht erreicht werden. Derart gute Partyideen werden von den Dortmunder Linken schnell aufgegriffen. Weiter so!

Währenddessen sichert sich die Musikindustrie weiter ihre Pfründe, kämpft Billy Bragg gegen das Böse und entdeckt der SPIEGEL die Vollbartbands (blöde Bezeichnung, aber nur halb so blöd wie „Indie“ oder „Weltmusik“). Aber dass Pop keine Jugendkultur ist, im Grunde nie war und immer schon einen Bart hatte, konnte man dort auch schon früher nachlesen. Passend dazu kündigt Onkel Neil seine Autobiografie an und Teen Spirit riecht jetzt auch schon seit 20 Jahren komisch. Und in der letzten Spex ist eh alles Retro. Dass man auch über andere Luftnummern schöne elaborierte Texte schreiben kann, zeigt uns dann der Freitag. Alles irgendwie traurig – Herbst eben – aber vielleicht liegt die Zukunft ja hier

Was ein anderer Chuck Prophet-Tweet mit all dem zu tun hat ist schwer zu sagen: „Did you know the day before Gram Parsons died he was minature golfing with Jonathan Richman?

Bullshit-Index: 0.06, Ihr Text zeigt keine oder nur sehr geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.

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So What?

Wenn man vom Dorf kommt – am besten aus dem Sauerland, dem Münsterland oder auch vom Niederrhein – dann weiß man doch, dass es dort fast an jedem Sommerwochenende sowas wie eine Facebook-Party gibt. Wobei der inner circle dieser Events sogar bewaffnet aufläuft und Saufereien wie Schlägereien fest zum Programm gehören. Liebe Innenminister – werden Sie aktiv! Aber flott!

Das Schöne am Kapitalismus in seiner derzeitigen Erscheinungsform ist ja, dass er jungen Menschen immer sofort zeigt, wo der Hammer hängt. So bekommt der gemeine Metall-Fan von der Musikindustrie und den Betreibern einer Kasperbude am eigenen Leibe aufgezeigt, dass er nur Zahlvieh ist und ein paar übermütige Jungs, die sich cool wie Erdbeereis geben, mussten jetzt lernen, dass das Recht immer das Rechte des Stärkeren ist – was im Kapitalismus bedeutet: Das Recht des Zahlungskräftigeren.

Für die Rechte der Musikindustrie setzt sich ja, wie allseits bekannt, unser geschätzter Herr Gorny ein. Er tut dies unter anderem in der Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft des Bundestages. Viel Ahnung vom Internet scheint er ja nicht zu haben (was „creative commons“ sind, hat man ihm jetzt aber erklärt), wenn es aber darum geht, seine Lobbyinteressen durchzusetzen ist er (obwohl G. Schröder-Freund) auf Seiten der CDU. Eine Entscheidung zur Netzneutralität hat man jedenfalls auf den Herbst vertagt. Derzeit haben die bösen Internetaktivisten wohl noch die besseren Argumente – aber über den Sommer werden noch ein paar Bier, ein paar Würste und ein paar Erdbeereis verputzt und dann fällt Gorny und seinen Kumpanen schon noch was ein.

Meanwhile in Dortmund betreibt der gute Mann ja die Kollegen-Versorgungsanstalt (Ruhrbarone) “European Center for Creative Economy” (ECCE). „Die Lebenserfahrung sagt einem ja, dass hinter so einem Namen immer aufgeblasener Quark steckt, für den die Steuerzahler blechen müssen, um ein paar Nieten davor zu bewahren, sich auf dem Arbeitsmarkt begeben zu müssen“. Mehr als die Ruhrbarone dazu schon vor einiger Zeit geschrieben haben, ist dazu auch wohl nicht zu sagen, auch wenn die Grünen jetzt doch noch mal irgendwie nachhaken wollen.

Geld für so einen Quark müsste in Dortmund nach der Privatisierung des „FZW“ ja wohl da sein. Hier hat man jetzt, nach dem Relaunch der „FZW“-Seite, auch noch den letzten kleinen Rest von Privatengagement vertrieben. Schauen sie mal auf den „FZW“-Blog und sie werden sehen, sie sehen nichts. Vom Gebäude des alten FZW hört man, dass es ab und zu für illegale Partys genutzt wird. Auch dies dürfte nicht im Sinne der Stadt und der Musikindustrie sein. Warum sollte man sich eigentlich etwas einfach so nehmen dürfen, wenn man es auch kaufen kann? Hier könnte die desorientierte Jugend von den dänischen Kollegen lernen.

Zum Schluss vielleicht doch noch zwei positive Meldungen: Die neue Platte der Feelies ist super und auch die grandiosen Mekons haben eine neue Veröffentlichung angekündigt.

BlaBlaMeter: Bullshit-Index :0.12 (Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.)

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So What?

Mit großer Trauer müssen wir verkünden, dass das Jahr der Kulturhaupstatt jetzt vorbei ist. Es hat dem Ruhrgebiet nun mal so richtig viel gebracht, wirtschaftlich gesehen, imagemäßig, auch künstlerisch und für den geliebten Rock’n’Roll sowieso. Im Schatten des U konnte man endlich beweisen, dass Pop nur nach wirtschaftlichen Gesetzen funktioniert und innovative Popkunst in Dortmund keinen Platz hat. Ein wirklich ausgeklügeltes und facettenreiches Programm für Anfang 2011 weist auch die letzten Kritiker in die Schranken.

In der Welt der Guttis und Schröders kämpft man derweil trotz Anfeindungen jeder Art weiter tapfer gegen das Böse und erfreut sich dafür größter Beliebtheit beim Wahlvolk. Wenn diese Leute ihre großartigen Ideen jetzt auch noch zu Papier bringen würden, könnte ihnen der uns doch alle irgendwie bedrohende Abstieg ins Prekariat erspart bleiben. Und alle, die das nicht geschafft haben und nie schaffen werden sollen sich mal ganz schnell entschuldigen, bei uns Wohlhabenden. Ist doch peinlich, diese Armut.

In der Welt der Popmusik ist auch nicht alles gut. Während der eine den Ausstieg aus der Welt knapp verpasst, kriegt ihn ein anderer Guter hin. Und wer singt uns jetzt den Dachau Blues? Immerhin ist der Pudelclub jetzt 21 und Ice-T zeigt den blöden Ungarn, wie so richtig verbotenes Zeug klingt. Bisher nicht verboten ist Billy Bragg, aber das kommt dann wohl noch – vielleicht auch im Land der deutsch-nationalen Frühkartoffeln.

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So What?

Sollte Ihre Seite demnächst auch so (oder so ähnlich) aussehen, könnte das neue Jugendmedienschutzgesetz gegriffen haben. Die glorreiche NRW-Regierung aus SPD und Grünen wird nicht mal das verhindern. „Parlamentarische Zwänge“ nennen das die Grünen. Aber jetzt will man ja noch mal reden.

Einen kleinen Aufstand dagegen gab es schon im Netz. Aber der richtige, der große Aufstand, der kommt erst noch – und zwar auf jedem Fall aus Frankreich. Und wenn dieses Manifest es nicht bringt, dann ein Fußballprofi. Da bleiben wir doch am Ball. Und wo ist eigentlich Günther Netzer?

Trotzdem muss der Kampf für den Jugendschutz natürlich fortgesetzt werden. Da laufen ja zur Zeit wieder Typen rum … Sicher ein Fall für Porno-Steffi, aber die hat jetzt noch ein paar andere Probleme.

Der CDU-Nachwuchs möchte derweil seine großartigen Fortbildungstouren fortsetzen. Unter dem Motto „Mal gucken, was die anderen so saufen“, sollte in Berlin ein besetztes Haus besucht werden. Die Bewohner hatten sich schon gefreut, die JU dann doch gekniffen.

Positives wieder mal nur aus der Musikszene: Wilco verkauft jetzt auch Kaffee, Jack White seine Platten direkt be eBay, Fanta4 kündigen einen Auftritt in Anröchte an und wer immer noch meint, sich vermarkten zu müssen, kann dies bei Audiomagnet tun.

Meanwhile in Dortmund sind auch die Kriminellen nicht mehr das, was sie mal waren und marschieren schon freiwillig zum Polizeipräsidium. Ob zur gemeinsamen Weihnachtsfeier, war nicht herauszufinden. Bessere Partys laufen im Stadttheater oder im ehemaligen Museum am Ostwall. Wer braucht bei dem Angebot noch das FZW?

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Reisetipps

Ein Tourplakat der grandiosen Foals – aufgenommen im FZW. Besser kann man die Problematik des Ladens nicht beschreiben.

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So What?

Gebt es zu: Auch ihr habt mal wieder den No Music Day vergessen und Euch hemmungslos zutönen lassen. Dieser ist jedes Jahr am 21. November und von ex KLF-Mann Bill Drummond ausgerufen worden. Der meint es ernst – hat ja immerhin auch schon mal 1 Millionen Pfund Tantiemen einfach so verbrannt.

Aber jetzt haben wir ja wieder ein Jahr Zeit für Getöse und können davon vielleicht 10 Stunden abzwacken, um einem toten DJ zuzuhören. Joe Strummer hat seine Sendung London Calling als kostenlosen Podcast einstellen lassen – mit Weisung von oben: Reinhören. Herr Renner steht aber mehr auf zu bezahlende Musik und macht einen Vorschlag für eine Flatrate. Dabei ist freiwilliges Bezahlen doch schon eine uralte Idee, was die Beatles, bzw. ihre Nachlassverwalter, natürlich nicht stört. Und dass die sozialen Online-Medien zu derem Erfolg nicht beigetragen haben, wissen wir nun auch.

Die Toten reden und manche Lebende würden besser schweigen. Wie zum Beispiel Frau Schröder. Um sich die Auswirkungen ihrer Schlampendebatte anzuschauen, musste man nur mal die entsprechenden Leserbriefe bei www.derwesten.de lesen, die dort vor ein paar Tagen zu diesem Artikel noch zu lesen waren und jetzt gelöscht sind. Da tobte der (noch) kleine Bruder des Konservatismus – der Mob. Der braune natürlich.

Weitere gute Nachrichten: Jim Morrison sollen seine Sünden vergeben werden und die aktuelle Ausgabe des deutschen Rollstein hat ausnahmsweise nicht ihn oder einen anderen alten Helden auf dem Cover, sondern – ja genau – deren Sünden.

Meanwhile in Dortmund: Das Musiktheater meldet 300.000 Miese und wird jetzt ganz sicher privatisiert. Allerdings soll die AWO schon abgelehnt haben, weil der Altersdurchschnitt der Operngänger zu hoch sei. Ob das in der Nähe gelegene Bierhaus Stade interessiert ist? Man weiß es nicht. Auch dass der Parkplatz vor dem „FZW“ umbenannt wird, ist eine Ente. Die entsprechende Meldung bezog sich auf eine Verwaltungsleistung der Stadt Bochum. Schade eigentlich …

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