Artikel getaggt mit FZW

So What?

Stefan Laurin hat bei den Ruhrbaronen einen schönen Artikel zur sogenannten Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet veröffentlicht. Wobei man sicher vorsichtig sein muss: nicht alles was sich da als „kreativ“ verkauft, ist es auch. Im Zweifel dann doch eher „Wirtschaft“. Und damit sind wir wieder bei Herrn Gorny. Der sichert sich seinen Claim im U, hockt für die CDU in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft und für die SPD in deren Medienkommission. Und manchmal unterstützt er auch alternative Initiativen. So flexibel ist die Kreativwirtschaft eben. Und immer auf der Jagd nach dem jugendlichen Filesharer. Aber die Jugend – die hat doch eh keine Chance mehr.

Ganz im Gegenteil zur Jugendministerin. Die kümmert sich schon mal um Freunde auf der rechten Seite, die sie schon verstehen werden, wenn auch – wie Herr Münch aus Dortmund – der deutschen Sprache nicht immer so ganz mächtig.

Andere Lichtgestalten der Leitkultur, wie unser allseits beliebter Gutti werden für Dinge gefeiert, für die andere in den Arsch getreten wurden, wie carta.de ganz richtig zeigt. Was aber wiederum nicht heißt, dass irgendein Tritt in den Arsch dieser Damen und Herren ein unberechtigter wäre und sein Ziel verfehlen sollte.

Damit wären wir beim Thema und meanwhile in Dortmund: Der Ratsbeschluss über die FZW-Verramschung ist jetzt gefasst. Die freien Mitarbeiter des Hauses hatten sich zwar (reichlich spät aber immerhin) mit einem offenen Brief an den zuständigen Dezernenten gewandt, hat aber nichts genützt. Die SPD bleibt sich im Brechen von Wahlversprechen treu. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Für heute.

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So What?

Plötzlich eine kleine Internet-Sendestation sein zu können und nicht nur, wie am Fernseher laut/leise und hell/dunkel einstellen zu können und sich berieseln zu lassen, macht schon ziemlich Spaß, ist aber auch viel Arbeit“ sagt Peter Glaser Recht hat der Mann. Und vor 20 Jahren, am 13. 11. 1990, ging die erste Webseite der Welt online. So sah sie aus. Die Links funktionieren noch.

„Stille“ scheint ja echt hitverdächtig zu werden. Nachdem, wie berichtet, eine britische Initiative versucht, 4’33 von John Cage zum Weihnachts-Smash-Hit zu machen, wird jetzt auch der Remembrance Day mit einer Single voller Stille begangen. Wünsche für Deutschland: Eine Bundestagssitzung ohne Ton, danach eine Karnevalssitzung und als Steigerung einen Abend auf RTL2 ohne Ton und ohne Bild. (Eine Bildzeitung mit weißen Seiten wäre natürlich auch nicht schlecht.)

Zurück in der Wirklichkeit gibt es auch Schönes zu vermelden: De:Bug erinnert an die großartigen Flying Lizards, was auch mal Zeit wurde, SELLABAND sammelt Geld, um neue Bands zu finanzieren, Radiohead beweisen, dass man auch mit Menschenfreundlichkeit Geld machen kann und die GEMA holt sich selbiges endlich mal bei den richtigen.

Leider geht währenddessen auch das Kartoffel-Mobbing weiter. (Und sagen sie nicht: „Mir egal, ich ess nur Pommes“.) Auch Schlampen scheinen nicht mehr schick zu sein. Stattdessen lieben wir Gutti trotz öden Twitter-Nörglern und Kollege Obama gibt zu, dass er selber nie getwittert hat – trotz 5,869,617 Followers. (Sind natürlich jetzt schon mehr.)

Meanwhile in Dortmund rangelt sich das Kapital weiter um das FZW – aber das hatten wir ja schon und in einem Artikel auf www.derwesten.de findet sich als letzter Satz einer, der alle Grauslichkeiten, die schon über das FZW berichtet wurden, übersteigt. Comedy ist ja nun wirklich der Tod jeder Popkultur & und verhält sich zu dieser, wie der Klassenkasper zu den coolen Mädchen in der letzten Reihe. Na, dann …

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So What?

Der kategorische Imperativ der Casting-Gesellschaft lautet in jedem Fall: Liefere eine Show!“ sagt auf carta der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Machen wir doch glatt.

Warum die Presse immer noch auf der eher unkonventionellen Fortbildungspraxis der Jungen Union herumhackt, wissen wir aber nicht. Wichtig ist doch, dass sie damit Erfolg hat und tolle, junge Politiker/-innen nach vorne bringt. Ob zur Ausbildung künftig verstärkt auch tänzerische Elemente gehören werden, ist noch nicht ganz klar. Und wie tanzt man eigentlich Bunga-Bunga?

Währenddessen stell Sony die Produktion des Walkman ein, findet man auf www.motor.de die Spex nicht mehr so richtig alright und stellt ein Gericht fest, dass getauschte Songs doch nicht ganz so wertvoll sind, wie die Musikindustrie es immer angenommen hatte. Das Label City Slang wird 20 und schenkt uns einen Sampler. Außerdem hat jetzt fast jeder Lebende seinen Facebook-Account. Deshalb kümmert sich Fakten-Markwort dann mal um die Toten.

Noch lange nicht tot ist Neil Young und tritt sogar mit den alten Buffalo Springfield noch mal auf. Auch nicht tot, die großartigen Feelies, die sogar ein neues Album ankündigen.

Meanwhile in Dortmund meldet der WDR, dass sich bei der Übernahme des FZW Kapital und Verwaltung doch irgendwie noch nicht so ganz einig sind. Aber die Meldung hat ja den Neuigkeitswert eines Staus auf der A40.

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Arm Aber Blöd

Jetzt stürzen sich die Geier auf das tote Wild. That’s Kapitalismus, Baby. In einer besseren Welt hätten allenfalls die zu klagen, die das FZW in einem Vierteljahrhundert zu dem gemacht haben, was es vor zwei Jahren noch war. Die Booker, die Mitarbeiter/-innen (städtische und freie), die Techniker/-innen, die Musiker/-innen, die Promoter/-innen, die Szenegänger/-innen … Und vielleicht auch die Bezirksvertretung der Innenstadt-West, der man ein funktionierendes soziales Zentrum genommen hat. (Natürlich müsste die das erst mal bemerkt haben.)

Wenn Politik und Verwaltung das FZW in einer grandiosen Mischung aus Inkompetenz und Handlungsunfähigkeit in einem Jahr an die Wand gefahren hat, dann liegt das nicht nur am Geld. Man hat von vornherein keine Idee und damit kein Konzept vom & für das FZW gehabt und sich stattdessen von den völlig blödsinnigen Maximen „Größer ist besser“ und „Popmusik ist Jugendkultur“ leiten lassen. Was bleibt ist umbaute Luft, um die sich Event-Agenturen balgen.

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So What?

Thomas Stadler erklärt uns noch mal in einfachen und klaren Worten, warum der Niedergang der Musikindustrie nichts mit Filesharing zu tun hat –auch wenn diese das nicht wahrhaben will. Ob sie auch Frau Gutti dafür bezahlt, mit RTL2 den Kinderschänder zu hetzen, wie der Gatte den Talib, wissen wir nicht. Zuzutrauen wäre es ihnen. Hauptsache, Netzsperren durchsetzen. Wer sich dafür interessiert, wie die Parteien ansonsten so finanziert werden, findet hier eine schöne interaktive Grafik. Dass unsere Politiker nicht nur das nötige Kleingeld, sondern auch ein ordentlich Maß an Bildung benötigen, weiß die Duisburger CDU. Wenn auch ansonsten nicht arm an klugen und einfühlsamen Spitzenpolitikern, kümmert sie sich um den Nachwuchs und schickt ihn auf Bildungsurlaub nach Berlin. Schade nur, dass die weiblichem Mitreisenden dieses tolle Angebot nicht wahrzunehmen wissen und sich als echte Spaßbremsen erweisen. Hätte Angie jemals die Presse auf ihre Kollegen gehetzt? Niemals. Dass wir von der Jungen Union im Antifaschistischen Kampf nicht viel zu erwarten haben, wussten wir schon. Aber dafür haben wir ja PETA.

Aus dieser verrückten Welt verabschiedet, hat sich Martin Büsser. Die besten und klügsten gehen halt oft zuerst. Sonja Eismann, Jörg Sundermeier und Roger Behrens erinnern in der jungle world an ihn.

Meanwhile in Dortmund ist aufgefallen, dass das „FZW“ noch kein Konzert für 2011 gebucht hat. Da wird mal wieder der Niedergang beschworen, der doch schon seit einem Jahr im Gange ist. Nicht überall, wo visions draufsteht, sind auch Visionen drin.

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So What?

Thomas Knüwer weist darauf hin, dass Dieter Gorny auch schon vor zehn Jahren keine Ahnung vom Internet hatte (und dafür heute in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ rumsitzen darf). Hier vertritt er dann die Interessen von Menschen, die folgendes von sich geben: „Kinderpornografie ist großartig, weil Politiker Kinderpornografie begreifen. Mit diesem Thema kriegen wir sie dazu, zu handeln und Websperren einzuführen. Sobald wir das geschafft haben, werden wir sie dazu bringen, auch Filesharing-Seiten zu blockieren“.

Animal Collective sind schlauer als Gorny & Kumpane und wissen, dass man mit Musik alleine nichts werden kann. Deshalb tun sie es anderen Größen der populären Kunst gleich und versuchen sich in Mode. Ob sich die dann auch jeder leisten kann? Aber jeder kann ja auch nicht Animal Collective hören.

Und ob währenddessen Marcus Staiger vom Portal rap.de nur noch Platten von Amy MacDonald oder Joanna Newsom verreißt, wissen wir nicht. Mit Lady Gaga wird er sich wohl aber nicht anlegen. Die hat nämlich mit Yoko Ono zusammengetan, die wiederum jeden tottwittert, der nicht schnell genug auf dem Baum ist.

Meanwhile in Dortmund kann man sich mal wieder (wenn es denn noch interessiert) an der Debatte um das „FZW“ beteiligen. Aber bitte immer schön anonym & ohne den geringsten Anflug von Sachverstand. Oder aber sich über die Zwischennutzung von leer stehenden städtischen Gebäuden Gedanken machen – auch wenn der Herr Dezernent das nicht so toll findet. Aber so richtig toll muss man die Entscheidungen der Stadt Dortmund ja auch nicht immer finden.

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Immer Weiter Gehen

Das FZW als Spielstätte für innovative Popmusik ist ja nun wohl tot. Wer sich für so was interessiert, kann sich bei derwesten.de weiter mit Wissenden, Halbwissenden und sonstigen anonymen Klugscheißern rumärgern, ins stille Gedenken übergehen, oder aber überlegen, wo und wie es weitergehen könnte. Vorschläge, die über Fahrgemeinschaften nach Köln hinausgehen, sind hier herzlich willkommen.

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So What?

Dass Pop uns nicht in die Revolte führt, sondern in den Supermarkt, wussten wir ja schon länger. In der aktuellen Spex erklärt Robert Misik uns das noch mal sehr schön. So Why Don’t You Kill Me? Lesen!!! Gleichzeitig meint ein Herr Reichold im aktuellen Rollstein, die letzte Love Parade könne nicht die letzte gewesen sein. Wohl weil er noch mal den Novy (Champagner, blanke Busen und Ekstase) machen möchte – dabei ist „junge Leute auf Kosten des Steuerbürgers in den Tod treiben“ doch ein Privileg der Bundeswehr.

Meanwhile in Dortmund: Die Räume, mit denen man hier die Kunst umbaut, scheinen alle nicht zu funktionieren. Das U wird nicht fertig (scheint aber immerhin als naziärgernder Taubenschlag zu funktionieren), dem FZW will sich keiner annehmen (so es denn nicht zum Schlagermuseum umgebaut wird) und sogar das Big Tipi bricht zusammen. Aber wir haben ja noch Konzert– und Schauspielhaus. Die scheinen noch ganz stabil und bieten den bürgerlicheren Popfans wenigstens ab und an ein wenig Abwechslung. Ob wir aber die jüngsten Erkenntnisse der Wissenschaft (auch hier) dort anwenden können, wird man sehen. So what? Keine guten Zeiten. Aber wenigstens Lou Reed zeigt mal Anstand.

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Vor der Wahl und nach der Wahl

Das FZW wird nach meiner Wahl zum OB nicht privatisiert“, teilte Herr Sierau Anfang Mai auf Anfrage bei www.abgeordnetenwatch.de mit. Dass Politikerworte immer nur bis zur Wahl gelten, ist uns klar und bedarf (gerade in Dortmund) keiner weiteren Beweise.

Auch wenn wir in diesem Fall gerne einmal Unrecht gehabt hätten – da bleibt sich die Politik dann treu und die WR darf melden: Stadt sucht neuen Betreiber fürs FZW.

Programmatisch dürfte die Privatisierung keine weiteren negativen Auswirkungen haben. Schlechter geht es eigentlich nicht. O.k., auf Nazikonzerte und Saufpartys soll verzichtet werden – das sollten wir als großartigen Erfolg Dortmunder Kunstförderung aber sowas von ordentlich feiern.

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Umbaute Luft II

Das Juni-Programm des FZW (siehe screenshot) zeigt, wie katastrophal sich das fehlende inhaltliche Konzept des Hauses auswirkt. Der Juni ist im Allgemeinen eigentlich kein schlechter Konzert-Monat; bereits die Zahl der FZW-Veranstaltungen spricht aber Bände. Theoretisch können in Halle und Club jeden Tag parallele Veranstaltungen stattfinden. Zählen lassen sich im Juni aber gerade mal sechs Konzerte (davon vier in einer Woche) und eine Lesung. Hinzu kommen Partys und WM-Gucken. An 14 Junitagen gibt es gar kein Programm. Äußerst mickrig, könnte man sagen (und damit ist die inhaltliche Qualität jetzt noch gar nicht gemeint).

Das alles ist wohl weniger den gewerbetreibenden Bookern und Veranstaltern zuzuschreiben. Die gehen möglichst wenig Risiko & versuchen, mit kommerziell erfolgreichen Veranstaltungen ihren Schnitt zu machen. Das Programm-Desaster (welches sich in den Folgemonaten fortzusetzen scheint), geht auf die Kappe der Stadt Dortmund, die mal wieder versucht, mit leerem Beutel große Sprünge zu machen. Es reicht eben nicht aus, sich eine gute Location bauen zu lassen und tolle Musikanlagen hineinzuhängen. Content zählt! Im FZW-Kalender zählt man eher leere Kästchen…

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