Artikel getaggt mit JMStV

So What?

Sollte Ihre Seite demnächst auch so (oder so ähnlich) aussehen, könnte das neue Jugendmedienschutzgesetz gegriffen haben. Die glorreiche NRW-Regierung aus SPD und Grünen wird nicht mal das verhindern. „Parlamentarische Zwänge“ nennen das die Grünen. Aber jetzt will man ja noch mal reden.

Einen kleinen Aufstand dagegen gab es schon im Netz. Aber der richtige, der große Aufstand, der kommt erst noch – und zwar auf jedem Fall aus Frankreich. Und wenn dieses Manifest es nicht bringt, dann ein Fußballprofi. Da bleiben wir doch am Ball. Und wo ist eigentlich Günther Netzer?

Trotzdem muss der Kampf für den Jugendschutz natürlich fortgesetzt werden. Da laufen ja zur Zeit wieder Typen rum … Sicher ein Fall für Porno-Steffi, aber die hat jetzt noch ein paar andere Probleme.

Der CDU-Nachwuchs möchte derweil seine großartigen Fortbildungstouren fortsetzen. Unter dem Motto „Mal gucken, was die anderen so saufen“, sollte in Berlin ein besetztes Haus besucht werden. Die Bewohner hatten sich schon gefreut, die JU dann doch gekniffen.

Positives wieder mal nur aus der Musikszene: Wilco verkauft jetzt auch Kaffee, Jack White seine Platten direkt be eBay, Fanta4 kündigen einen Auftritt in Anröchte an und wer immer noch meint, sich vermarkten zu müssen, kann dies bei Audiomagnet tun.

Meanwhile in Dortmund sind auch die Kriminellen nicht mehr das, was sie mal waren und marschieren schon freiwillig zum Polizeipräsidium. Ob zur gemeinsamen Weihnachtsfeier, war nicht herauszufinden. Bessere Partys laufen im Stadttheater oder im ehemaligen Museum am Ostwall. Wer braucht bei dem Angebot noch das FZW?

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Ein Ladenlokal für das Internet

Nach den Wirren um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Insidern eher als #JMStV bekannt, bahnt sich nun eine sensationelle Lösung an: Das Internet zieht um, und zwar in ein Ladenlokal an der Hohen Straße in Dortmund. Das Geschäft, bis vor kurzem noch eine Videothek mit angeschlossenem Katzenfutter- und Hundekuchenverkauf, ist nach den Worten des rheinland-pfälzischen Staatssekretärs Martin Stadelmaier „eine Superlösung“. Die Kundschaft sei an Ladenöffnungszeiten, Zutrittsverbote für Jugendliche und die Kennzeichnungen zu den Altersfreigaben auf allen Produkten gewöhnt.

Was bei Politikern fast aller Parteien – insbesondere den NRW-Grünen – zu euphorischen Reaktionen geführt hat, wird bei einigen Netzaktivisten auch kritisch gesehen. So fragt Google-CEO Eric E. Schmidt: „Wird es auch genug traffic geben?“ Da kann ihn Dortmunds OB Sierau beruhigen: „Die Hohe Straße führt zum Signal-Iduna-Park.“ Andere Seitenbetreiber wollen überhaupt nicht mitmachen und stellen ihre Seiten ein. Einer geht sogar bis zum Letzten und will in Zukunft nicht mehr wählen gehen. Besonnenere wiederum wiegeln ab und meinen, man müsse erst mal schauen.

Fraglich ist noch, ob das Internet künftig nach dem Modell der Familienvideothek („für alle“) oder der Erwachsenenvideothek („nur für Pappi“) geführt werden soll. Ein Seitenbetreiber ließ aber bereits hinter vorgehaltener Hand wissen: „ Was soll ich mit den scheiß Jugendlichen? Die verstehen doch eh nichts und wollen nur alles umsonst.“

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